
Der KlangStelenKlan und die Basalt-Fächer des Bildhauers K.-J. Dierkes sind die ersten Klangobjekte einer Reihe von etwa zehn Objekten aus Stein, Holz und Metall, die im Laufe der nächsten Jahre an verschiedenen Orten im Kasseler Park Schönfeld installiert werden sollen. Die Klanginstallationen werden sensibel in die Landschaft integriert und heben so die Eigenart des jeweiligen Ortes im Park hervor. Sie dienen dem Ziel, das Naturerlebnis der Spaziergänger, die sich zum Verweilen, zum Ausprobieren und zum Spielen - allein oder mit anderen - eingeladen fühlen, zu intensivieren und auf diese Weise die sinnliche Wahrnehmung, das konzentrierte und bewusste Hören zu aktivieren: Die Klänge der Natur verbinden sich mit den Klängen der Objekte und lassen so Orte der Ruhe und Entspannung, aber auch kreativer und sozialer Aktion entstehen. Die Installationen bieten Jung und Alt die Möglichkeit, sich auf überraschende musikalische Entdeckungsreisen zu begeben und auf Klangabenteuer einzulassen.
Basalt-Fächer (K.-J. Dierkes)
Eine Phalanx von Basaltstangen wurde in Hanglage angeordnet nach Art eines Lithophons. Extrem hohe Materialdichte verleiht diesen präzise gelagerten Rohlingen ihren unerwartet reinen Klang.
Projektbeschreibung
Die Idee zum Klangpfad Park Schönfeld entstand 2002 als Projekt im Rahmen der Bewerbung Kassels für die Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Trotz des Scheiterns der Kulturhauptstadtbewerbung wurde diese Idee von mir mit einer Gruppe engagierter Beteiligter weiter betrieben. Der Klangpfad möchte Besucher des Parks Schönfeld einladen, die Sinne für die unterschiedlichen Klänge der Klangobjekte im Zusammenspiel mit der Natur zu aktivieren.
Gegenwärtig besteht der Klangpfad aus sechs Klangobjekten: einem KlangStelenKlan (fünf Stelen aus schlesischem Marmor des Bildhauers K.-J. Dierkes), einem Basaltfächer (fünf fingerförmig angeordnete Basaltstelen auf Betonsäulen ruhend), EinKlang (vier große in Form eines Quadrats angeordnete Stelen aus Anröchter Grünstein), einem Klanggitter (ein mit Edelstahlstreben ver- sehenes Treppengeländer des Kasseler Künstlers Werner Redeker), einem Summstein (Steinmetz- meister Gunnar Ravn) und einem Holzobjekt Klangbalken (Michael Wilkens). Weiterhin gibt es Pläne für folgende Projekte: Stein und Wasser, Baum und Wasser (die verborgenen Klänge der Baumwurzeln!) und eine Schallmauer (Reflexionsfläche für einen Steinklang). Insgesamt soll der Klangpfad nach Fertigstellung aus etwa zehn Klangobjekten bestehen.
Die einzelnen Klanginstallationen werden von den Künstlern sensibel in den jeweiligen Ort im Park hineinkomponiert und heben so dessen Eigenart hervor. Sie dienen dem Ziel, das Naturerlebnis der Spaziergänger zu intensivieren, die sinnliche Wahrnehmung, das konzentrierte und bewusste Hören und darüber hinaus die jedem Menschen innewohnenden Gestaltungskräfte durch produktiven Umgang mit musikalischen Spielfeldern zu aktivieren (Erfahrungen mit neuen, ungewohnten Klängen!): Die Klänge der Natur (Vogelgezwitscher, Wind, Bach) verbinden sich mit den Klängen der Objekte und lassen so Orte der Ruhe und Entspannung, aber auch kreativer und sozialer Aktionen (Spiel in Gruppen) entstehen. Die Klangskulpturen bieten Jung und Alt die Möglichkeit, sich auf überraschende musikalische Entdeckungsreisen zu begeben und auf Klangabenteuer einzulassen. Das wird durch regelmäßig von mir durchgeführte „Klangspaziergänge“ für Kinder und Erwachsene, auch für Behinderte (z.B. seh- und hörgeschädigte Kinder), unterstützt, wobei verschiedene Spielarten und Möglichkeiten des Zusammenspiels erprobt werden. Nicht unbedeutend ist ein weiterer Aspekt: Steine sind „steinalt“, sie erinnern an den Urzustand der Welt. Beim Anschlagen werden Klänge hörbar, die Millionen von Jahren in ihnen aufgehoben sind. Im Sinne von Hugo Kükelhaus, dessen „Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne“ ideell Pate für den Klangpfad stand, werden hier tiefere Einsichten in den Zusammenhang von Mensch und Natur eröffnet, was gleichzeitig zu einem erweiterten Verständnis von Umweltbewusstsein beiträgt.
Parkbesucher, die sich gern von den Objekten zum Ausprobieren und Spielen einladen lassen, bestätigen, dass der Klangpfad sowohl zur kulturellen Entwicklung der Stadt als auch speziell zur Aufwertung des Parks (vorbildhafte Gestaltung des öffentlichen Raumes!) beiträgt, zumal die Klanginstallationen eine dauerhafte Einrichtung sind. Durch unseren Internetauftritt, unseren Flyer, aktive Pressearbeit sowie die jeweiligen Einweihungsveranstaltungen haben wir das Publikum und die Medien gleichermaßen erreicht. Insgesamt hat die bisherige Entwicklung gezeigt, dass der Klangpfad Park Schönfeld von der Kasseler Bevölkerung als Bereicherung angenommen und als weiteres Glied in der Kette der in Kassel durch den Bergpark Wilhelmshöhe und die Karlsaue bestehenden fruchtbaren Beziehungen zwischen Kunst und Natur wahrgenommen wird. (www.klangpfad-kassel.de) W.S.
Projektgruppe: Prof. Walter Sons (Initiator), Brigitte Sons, Olaf Pyras (Klangkünstler), Wolfgang Bode (Verein Schloss Schönfeld), Regula-Maria Ohlmeier, Margit See und Reiner Möller (Umwelt- und Gartenamt), Ruth Wagner (Kulturamt), Annette Ulbricht (Universität Kassel)
Stand: Okt. 2009