Der KlangStelenKlan und der Basalt-Fächer des Bildhauers K.-J. Dierkes waren die ersten Klangobjekte einer Reihe von inzwischen neun Objekten aus Stein, Holz und Metall, die im Laufe der Jahre an verschiedenen Orten im Kasseler Park Schönfeld installiert wurden. Die Klanginstallationen wurden sensibel in die Landschaft integriert und heben so die Eigenart des jeweiligen Ortes im Park hervor. Sie dienen dem Ziel, das Naturerlebnis der Spaziergänger, die sich zum Verweilen, zum Ausprobieren und zum Spielen - allein oder mit anderen - eingeladen fühlen, zu intensivieren und auf diese Weise die sinnliche Wahrnehmung, das konzentrierte und bewusste Hören zu aktivieren: Die Klänge der Natur verbinden sich mit den Klängen der Objekte und lassen so Orte der Ruhe und Entspannung, aber auch kreativer und sozialer Aktion entstehen. Die Installationen bieten Jung und Alt die Möglichkeit, sich auf überraschende musikalische Entdeckungsreisen zu begeben und auf Klangabenteuer einzulassen.

Basalt-Fächer (K.-J. Dierkes)
Eine Phalanx von Basaltstangen wurde in Hanglage angeordnet nach Art eines Lithophons. Extrem hohe Materialdichte verleiht diesen präzise gelagerten Rohlingen ihren unerwartet reinen Klang.

Projektbeschreibung

 

Der Klangpfad Park Schönfeld ist ein Projekt, das Natur, Kunst, Musik und Begegnung miteinander verbindet. Die Idee Klangobjekte im öffentlichen Raum“wurde von Prof. Walter Sons 2002 im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung vorgestellt und anschließend von ihm mit Unterstützung einer Gruppe engagierter Beteiligter umgesetzt. Der Klangpfad möchte Besucher des Parks einladen, die Sinne für die Klänge der Objekte im Zusammenspiel mit den Klängen der Natur zu intensivieren.

Der Klangpfad besteht aus neun Objekten: einem KlangStelenKlan (fünf Stelen aus schlesischem Marmor - 2006), einem Basaltfächer (fünf fingerförmig angeordnete Basaltstelen auf Betonsäulen ruhend - 2007), EinKlang (vier große in Form eines Quadrats angeordnete Stelen aus Anröchter Grünstein - 2008), einem Klanggitter (ein mit Edelstahlstreben versehenes Treppengeländer - 2009), einem Summstein (2009), einem Klangbalken (Objekt aus mehreren Bongossi-Balken - 2009), dem Projekt Wasserklänge mit Strömungssteinen im Bachbett, einem Reibeklangstein und einer Hörbank (2011, 2013), einem Klangsammler (Hörtrichter - 2012) sowie einem Baumstamm-Xylophon (sieben auf jeweils zwei Metallrohre montierte Robinienstämme - 2014 - Motto: Was im Park gefällt wird, kehrt verwandelt als Klangobjekt in den Park zurück).

Die einzelnen Klanginstallationen werden von den Künstlern sensibel in den jeweiligen Ort im Park hineinkomponiert und heben so dessen Eigenart hervor. Sie dienen dem Ziel, die sinnliche Wahrnehmung, das bewusste Hören und die musikalischen Gestaltungskräfte zu aktivieren. Die Klänge der Natur (Vogelgezwitscher, Wind, Bach) verbinden sich mit den Klängen der Objekte und lassen so Orte der Ruhe und Entspannung, aber auch kreativer und sozialer Aktionen (Spiel in Gruppen) entstehen. Die Klangskulpturen bieten Jung und Alt die Möglichkeit, sich auf musikalische Entdeckungsreisen zu begeben. Das wird durch regelmäßig von Brigitte und Walter Sons angebotene „Klangspaziergänge“ für Kinder und Erwachsene, auch für Behinderte, unterstützt: das Klangreichtum der Objekte zu entdecken, verschiedene Spielarten auszuprobieren, musikalische Gestaltungsfähigkeit zu entwickeln, unterschiedliche Formen des Zusammenspiels zu erfahren ...

 

Nicht unbedeutend ist ein weiterer Aspekt: Steine sind „steinalt“, sie erinnern an den Urzustand der Welt. Beim Anschlagen werden Klänge hörbar, die seit Millionen von Jahren in ihnen aufgehoben sind. Im Sinne von Hugo Kükelhaus, dessen Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne ideell Pate für den Klangpfad stand, werden hier tiefere Einsichten in den Zusammenhang von Mensch und Natur eröffnet.

Parkbesucher, die sich gern von den Objekten zum Ausprobieren und Spielen einladen lassen, bestätigen, dass der Klangpfad nicht nur das kulturelle Angebot der Stadt bereichert, sondern auch den Park in besonderer Weise aufwertet. Durch unseren Internet- und Facebookauftritt, unseren Flyer, aktive Pressearbeit sowie die jeweiligen Einweihungsveranstaltungen und „Klangspaziergänge“ haben wir das Publikum und die Medien gleichermaßen erreicht. Dank gebührt den zahlreichen Institutionen, Firmen und Privatpersonen, die durch ihre Spenden geholfen haben, die Idee zu verwirklichen. Insgesamt hat die bisherige Entwicklung gezeigt, dass der Klangpfad Park Schönfeld von der Kasseler Bevölkerung angenommen wird. Er ist ein weiteres Glied in der Kette der in Kassel durch den Bergpark Wilhelmshöhe (UNESCO-Weltkulturerbe) und die Karlsaue gegebenen fruchtbaren Beziehungen zwischen Natur und Kunst.

Walter Sons

 

 

Natur und Kunst, sie scheinen sich zu fliehen
Und haben sich, eh man es denkt, gefunden ...

 

(J.W. Goethe)

 

 

Chor der Steine

Wir Steine
Wenn einer uns hebt
Hebt er Urzeiten empor -
Wenn einer uns hebt
Hebt er den Garten Eden empor -
Wenn einer uns hebt
Hebt er Adam und Evas Erkenntnis empor -
Und der Schlange staubessende Verführung.
Wenn einer uns hebt
Hebt er Billionen Erinnerungen in seiner Hand ...

 

(Nelly Sachs)

Prof. Walter Sons
bei der "Übergabe" der seinerzeit acht (inzwischen neun) Klangobjekte
an die Stadt Kassel am 22. April 2012

Hier finden Sie uns

Frankfurter Straße
34121 Kassel

Kontakt

info [at] klangpfad-kassel.de

Druckversion Druckversion | Sitemap
Klangpfad Kassel Park Schönfeld